Theologie bedeutet übersetzt die Lehre von Gott und meint die Lehre und das Studium des Glaubens und der Glaubensdokumente. In der Regel bezieht sie sich auf eine Religion oder Konfession, ihre Denkweisen und Methoden. Der Begriff Theologie wurde bereits in der Antike verwendet, dort meinte er das Erzählen und Singen von Göttergeschichten aus der griechischen Mythologie.
Theologie gehört zu den Wissenschaften, obwohl viele andere Wissenschaftler ihr ihre Wissenschaftlichkeit absprechen, weil sie durch ihr Bekenntnis zu einem bestimmten Glauben nicht neutral und objektiv sein kann. Trotzdem gehört sie zu den Fakultäten der Universitäten und Hochschulen. Im deutschsprachigen Raum wird römisch-katholische, altkatholische und evangelische Theologie gelehrt. Ein Studium ist an Universitäten, Hochschulen, Fachhochschulen, Instituten und kirchlichen Hochschulen und Fachhochschulen möglich. Inzwischen wird auch ein Fernstudium angeboten.
Im Bereich der evangelischen Theologie wurden die meisten Studiengänge inzwischen auf Bachelor und Master Studiengänge umgestellt. Bei der katholischen Theologie dagegen hat man den Diplom-Studiengang beibehalten, der mit dem Magister Theologiae abschließt.
Das Studium gliedert sich in die vier Bereiche exegetische Disziplinen, Kirchengeschichte, systematische Theologie und praktische Theologie. In den exegetischen Disziplinen geht es um die Auslegung der Texte aus dem Alten und Neuen Testament, um sie Fachleuten wie auch Laien zugänglich zu machen. Die Kirchengeschichte befasst sich mit den verschiedenen Zeiten der Kirche und ihren Besonderheiten. Zu der systematischen Theologie gehört die Fundamentaltheologie, die den christlichen Glauben rechtfertigt, die Dogmatik, die sich mit den Glaubenswahrheiten befasst, und die Ethik. Zur Praktischen Theologie gehören die Bereiche Pastorale Theologie und Religionspädagogik.
Um als Theologe im kirchlichen Dienst arbeiten zu können, reicht das Studium allein nicht aus. Für diese Arbeit ist zusätzlich eine praxisorientierte seelsorgerische Ausbildung nötig. Bei den Katholiken ist diese Ausbildung das sogenannte Pastoraljahr, auf das die Diakonen- und die Priesterweihe folgen. Auf die Priesterweihe folgt die Kaplanszeit, die ebenfalls in einer Kirchengemeinde stattfindet und in der das staatliche Pfarrerexamen abzulegen ist.
Evangelische Theologen müssen zunächst das Vikariat ableisten, das aus der praktischen Arbeit in einer Kirchengemeinde und dem gleichzeitigen Besuch des Predigerseminars besteht, in dem sie zum Pfarrer oder zur Pfarrerin ausgebildet werden. An das Vikariat schließt sich die Ordination, also die Weihe, an.