Einleitung

Das Tafelwasser

Namensherkunft

Schutzpatronat

Reliquien

Verehrung

Verbreitung

Weitere Reliquien

Verbreitung

Dort, wo vor Jahrhunderten der lebhafte Adriahafen Classe lag, fünf Kilometer südlich von Ravenna, wurde Apollinaris begraben und verehrt. 534 begonnen und 549 vollendet wurde über seinem Grab eine majestätische Basilika: S. Apollinare in Classe. Seine Gebeine wurden 595 erhoben, der Akt von Papst Gregor I. (3.9.595) bestätigt. Die Gebeine des Bischofs wurden unter dem Hauptaltar deponiert. Über dem Chor wölbt sich ein unvergleichlicher und einmaliger Mosaik-Himmel, der die Gegenwart des Heiligen zeigt: das Paradies.

Apsismosaik, Mitte 6. Jh., S. Apollinare Nuovo

In Ravenna selbst erhielt später eine zweite Kirche den Namen des Heiligen. Die Hofkirche des arianischen Theoderich hatte S. Martino in Ciel d’Oro geheißen. Nach der Vernichtung der Ostgoten wurde diese dreischiffige Basilika 560 den Katholiken übergeben. Als 856 die Gebeine des heiligen Apollinaris nach hier übertragen wurde, nannte man diese Kirche S. Apollinare Nuovo, im Unterschied zu S. Apollinare in Classe.
Die älteste erhaltene Darstellung des Apollinaris, natürlich kein Porträt, sondern eine idealisierte Darstellung, befindet sich in seiner Grabkirche. Der Heilige wird als bischöflicher Märtyrer dargestellt: in unbeflecktem Taufkleid, in Orantenhaltung und als Bischof erkennbar am Omophorion, jenem bischöflichen Hoheitszeichen, das sich in der Westkirche später zum Pallium der Metropoliten wandelte.
Der Kult des heiligen Apollinaris verbreitete sich nach Reliquientranslationen nach Reims und Dijon vor allem im Elsaß. Reliquien gelangten auch in das von Kaiser Otto III. gegründete Kloster in Aachen-Burtscheid. Apollinaris wird auch in den Niederlanden verehrt. In Gorkum bei Utrecht befindet sich angeblich ein Armreliquiar.

© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln


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