Das Mineralwasser Apollinaris hat seinen Namen natürlich vom Heiligen dieses Namens. Aber der Firmenlegende nach hat nicht der heilige Apollinaris wie Moses die Quelle wunderbar aus einem Fels geschlagen, auch wenn es kaum weniger wunderlich abging. Der Ahrweiler Winzer Georg Kreuzberg war es, der 1852 einen Weinberg zum Preis von 15 Talern ersteigert hatte, und wissen wollte, warum seine Rebstöcke auf diesem Grund nicht gediehen. Eine Bodenuntersuchung wies eine ungewöhnlich hohe Konzentration von Kohlendioxyd nach. Und als Georg Kreuzberg nachgrub, stieß er auf eine Quelle mit Mineralwasser. Ihren Namen verdankt die Quelle einer Statue des heiligen Apollinaris, die am Fuß des Weinbergs stand. Apollinaris gilt nämlich unter anderem als Schutzheiliger des Weines und wurde auf diese Weise zum Namensgeber dieses Wassers, zugegebenermaßen heute ein weltbekanntes Tafelwasser.
Auch wenn der Winzer in seinem Wingert nun keinen Wein mehr erntete, trug der Hang ihm reiche Früchte. Ab 1853 besaß Georg Kreuzberg eine Verkaufslizenz für sein Mineralwasser und füllte es in Tonkrüge ab. Das Geschäft ging blendend. Als 1873 The Apollinaris Company Limited London gegründet wurde, machte man die Marke international bekannt und baute Apollinaris zur Weltmarke auf. Lautet der Rat des sterbenden Winzers an seine Kinder: Man kann auch aus Trauben Wein machen, lehrte unser Beispiel: Selbst Wasser aus einem Weinberg kann vielfältig laben. Erfolg hat einen Namen, heißt es, und in diesem Fall war es der Name des heiligen Apollinaris.
© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln

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