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Schutzpatronat

Statue des hl. Apollinaris über dem Portal der Lambertuskirche, Düsseldorf, 19. Jh.

Ehe wir die Spur des hl. Apollinaris verfolgen, müssen wir kurz zweierlei einblenden: Was ist überhaupt ein „Schutzpatron” und welchen Sinn hat eigentlich die mit Reliquien verbundene Heiligenverehrung?

Man muss heute nicht bis nach Bayern reisen, um den Gesang von der „patrona bavariae” zu hören. Die Gottesmutter als Patronin eines Bundeslandes wird um Schutz, Fürsorge und Beistand angerufen. Sie wird in Bildern und Plastiken dargestellt, in Gedichten und Liedern verehrt, in Andachten und Gebeten angerufen, vor ihren Bildern stehen Kerzen stellvertretend für die Beter.

Ihr Patronat, d. h. ihre Funktion als Beschützerin, geht auf eine Vorstellung im römischen Rechtsdenken zurück. Man unterstellte sich einem einflussreichen Patron – dessen Name natürlich nicht ohne Grund vom lat. „pater” = Vater abgeleitet wurde – und begann damit eine Beziehung, eben das Patronat, mit doppelter Wirkung: Der Patron übernahm eine Fürsorgepflicht, der sich dem Patron Unterstellende unterwarf sich dem Willen des Patrons. Wenn der Schutzbefohlene in Not geriet, half ihm der Patron. Der Schutzbefohlene unterstand andererseits der Weisung des Patrons. Die Christen übertrugen diese Rechtsvorstellung auf ihre Verhältnisse: Man unterstellte sich und seine Sachen Heiligen, die durch ihr gelungenes Leben der Gnade Gottes teilhaftig waren und darum als Fürsprecher bei Gott wirken konnten. Kinder übernehmen den Namen eines Heiligen: sie gewinnen einen Namenspatron. Kirchen tragen den Namen eines Heiligen: sie werden nach dem Kirchenpatron benannt. Häuser trugen und tragen den Namen eines Heiligen: der Hauspatron war meist durch eine kleine Plastik an der Hausfront ausgewiesen. Da war es nur konsequent, wenn das Patronat auf Städte und Länder ausgedehnt wurde. Und so wie die hl. Dreikönige Köln und der hl. Quirinus Neuss beschützten, wurde dem hl. Apollinaris diese Aufgabe für Düsseldorf übertragen.

Dieser Hinweis auf die Rolle der Heiligen als Schutz- und Stadtpatrone erläutert aber noch nicht, warum Heilige überhaupt verehrt werden. Zum Verständnis deshalb eine kurze Rückblende:

© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln


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