Apollinaris wer dächte bei diesem Namen nicht gleich an den griechischen Gott Apollon oder Apoll. Schon früh wird dieser Gott, Sohn des Göttervaters Zeus und der Leto, Zwillingsschwester der Artemis, verehrt. Der wahrscheinlich in Kleinasien entstandene Apollo ist durch eine Zwiespältigkeit seines Wesens gekennzeichnet: heilbringend und übelabwehrend einerseits, unheilbringend andererseits. Im frühen 5. Jahrhundert vor Christus wurde sein Kult von den Römern übernommen. Er wurde vornehmlich als Gott der Heilkunst und als Patron der kaiserlichen Familie verehrt. Ursprünglich als bärtiger Gott dargestellt, wird er zum Idealbild männlicher Schönheit und als nackter Jüngling dargestellt. Als Attribut wird ihm oft eine Keule beigegeben.
Wie der römische Kriegsgott Mars den Rufnamen Martinus, zum (Kriegsgott) Mars gehörend oder Kämpfer, Kriegerischer, bildete, wurde Apoll zu Apollinaris. Man könnte es übersetzen mit: zu Apollo gehörend, ihm geweiht, apollinarisch. Man muss kein Genie sein, um zu vermuten, dass ein Träger dieses Namens Grieche, griechischstämmig gewesen sein muss oder aber wenigstens Erzeuger hatte, die hellenophil waren.
© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln

Druckversion